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Aus dem Gästebuch ...
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Das Märchenschiff Peter Pan trägt mich über das Meer.
Wie eine Blattlaus habe ich mich auf eine grüne Eisentreppe gekauert, schmal und hart. Neben, über und unter mir Hunderte von anderen Blattlausmenschen. Ich nehme sie nicht wahr.
Mein Platz ist märchenhaft, weil ich Spielzeugwolken am Horizont sehe, aufgefädelt wie Perlen an einer Schnur. Blau über blau wölbt sich der Himmel. Nur die Gischt der Fahrrinne, die dieser Koloss durchs Wasser pflügt, glitzert weiss. Vereinzelt leuchten die Segel in der Ferne.
Die Möwen begleiten das Schiff schwerelos mit ausgebreiteten Schwingen. Sie nutzen den Fahrtwind für ihren Flug, federleicht und beneidenswert frei. Die Flugbahn scheint nicht festgelegt zu sein. Weiträumig und harmonisch gleiten die Vögel durch die Luft. Es wird nicht langweilig ihnen zuzusehen. Vielleicht heisst eine von ihnen Jonathan. Mit dem Teleobjektiv will ich sie einfangen. Ich verrenke mir den Hals. Weisser Flug vor blauem Himmel, geneigte Köpfe, kluge Augen. Ich will sie einfangen, die Leichtigkeit, die Freiheit. Sie aufs Papier bannen und ins Album kleben. Unterschrift: mein erster Urlaubstag. Ich drücke den Auslöser und weiss im gleichen Moment, das war nicht nötig.
Das Bild ist in mir.
Freiheit ist unvergesslich.
Es sieht aus, als hätte die untergehende Sonne alle Wolken des Himmels mit sich gezogen, denn fächerförmig bilden sich dunkle Streifen
am Horizont. Allein mit mir selber, geniesse ich diese halbe Stunde vor Mitternacht, schaue aus dem Fenster der Museumskammer
dem kapriziösen Flug der Fledermäuse unter dem Ahorn zu während Leonard Cohen eindringlich singt "...that's how the light comes in..."
Herbstwald in Schweden
Weich sind Luft und Boden
Weich bin auch ich
Das Abgebrochene
Versteinerte
Das Umgehauene
Liegengebliebene
Alles eingehüllt
Vom grünen Pelz der Zeit
Vorbei zieht der Fluss
Blätter und Tropfen fallen hinein
Das Ungesagte
Nicht gelebte
Das was fehlt
Das was stört
Widerspruchslos mitgenommen
Getragen von der Gnade der Zeit
Freudeschreiend stürzen Schwalben durch die Lüfte – lauter Lebenslust. Lust am Fliegen, an der Geschwindigkeit, am Dasein in diesem nahrhaften Gebiet. Ein Schwarm Stare regt sich auf über eine Handvoll Möwen, die hier als Fremde auftauchen. Sie schimpfen wie die Rohrspatzen, immer im Pulk. Schüchterne Meisen schieben ihr zizidä dazwischen. Eine einzelne, nicht einsame Lerche, jubiliert hochoben, frei wie ein Vogel. Die diebische Elster (ist sie das wirklich?) keckert lautstark. Schwalben, Stare, Möwen und Meisen, Lerche und Elster erfasse ich in ihrer Wesensart, so wie sich bewegen und welche Laute sie von sich geben. Mitten in diesem Konzert sitze ich, lausche, bin da, hier und jetzt. Auch das Summen der sonst lästigen Fliegen dringt angenehm an mein Ohr. Den Ostinato bildet der Wind, einer rauschenden Harfe gleich.
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